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PERMAKULTUR PRAKTISCH
Vernetzung mit der Zivilgesellschaft:
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Fleisch oder nicht Fleisch, das ist hier die FrageGemäß der Welternährungsorganisation der UNO trägt die Nutztierhaltung mehr zur Klimaerwärmung bei als der gesamte Verkehr.
Dennoch wird dies in den meisten Klimadiskussionen konsequent ignoriert.
Dieser – für viele offenbar sehr unliebsame – Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimawandel wird im Folgenden näher erläutert.In einem empfindlichen Gleichgewicht sorgen verschiedene treibhauswirksame Gase in den oberen Schichten unserer Atmosphäre für eine Reduktion der Rückstrahlung von Wärme in den Weltraum. In letzter Zeit häufen sich jedoch die Stimmen, die von einer anthropogen verursachten Veränderung der Troposphäre sprechen – und damit die menschliche Zivilisation für eine zunehmende Erwärmung unserer Planeten verantwortlich machen. Die atmosphärischen Konzentrationen wichtiger TreibhausgaseMehr oder weniger unauffällig hatten auch in der diesjährigen medialen Klimadiskussion VertreterInnen der Industrie versucht, die Temperaturschwankungen in einer natürlichen Schwankungsbreite untergehen zu lassen. Betrachtet man jedoch die atmosphärischen Konzentrationen wichtiger Treibhausgase über die letzten 10.000 Jahre ist bei Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffmonoxid („Lachgas“, N2O) mit Beginn der Industrialisierung ein scharfer Knick nach oben zu erkennen. Die vor 5.000 Jahren vorhandenen Konzentrationen schwächten den Treibhauseffekt sogar noch ab, anstatt ihn – wie heute – massiv zu beschleunigen. Dies ist nur eines von vielen Indizien dafür, dass die aktuelle Zunahme der mittleren Erdtemperatur sehr wohl von uns Menschen verursacht wird. Nebenbei bemerkt stammen auch nur 2% des ökologischen Fußabdrucks von Lebensmitteln aus dem Transport der selbigen. Der Rest wird durch die Herstellung, Verarbeitung, Verpackung und den Anbau bzw. die Haltung/Zucht selbst verursacht. Das „Global Warming Potential (GWP)“ eines TreibhausgasesZu Unrecht wurde im populärwissenschaftlichen (und politischen) Diskurs bisweilen CO2 - als scheinbar hauptverantwortliches Treibhausgas – in den Mittelpunkt gestellt. Doch neben dem Kohlendioxid gibt es noch weitere Verbindungen, die bereits in wesentlich geringerer Konzentration den Treibhauseffekt vielfach stärker beeinflussen: Das „Global Warming Potential (GWP)“ eines Treibhausgases misst nicht nur die Fähigkeit der Absorption und Wiederabstrahlung von Wärmestrahlung, sondern berücksichtigt auch wie lange das Gas atmosphärisch wirksam bleibt. Das GWP von CO2 ist eins. Methan (CH4) ist bereits 23mal treibhauswirksamer als CO2. Das GWP von Lachgas (N2O) gar 296.
Methan als wirksamsten Hebel zum KlimaschutzGewichtet man die Treibhauswirksamkeiten mit den anthropogenen Emissionsraten, identifiziert man daher sofort Methan als wirksamsten Hebel zum Klimaschutz! Die Ursachen der ErderwärmungMit diesem Vorwissen können wir uns nun konstruktiv dem landwirtschaftlichen Einfluss auf die Erderwärmung widmen: Die Emissionen der NutztierhaltungDarin werden 18% aller Treibhausgasemissionen – gemessen in CO2-Äquivalenten – dem Nutztiersektor zugesprochen; mehr, als das gesamte globale Transportwesen! Während nur 9% aller anthropogen verursachten CO2-Emissionen auf die Nutztierhaltung zurückgeführt werden können, ist dieselbe für 37% aller anthropogenen Methan- und für 65% aller Lachgas-Emissionen verantwortlich. Betrachtet man die gesamte – rein pflanzliche und tierliche – Landwirtschaft, stammen hier 80% aller Treibhausgasemissionen aus der Erzeugung tierlicher Produkte. 70% des ursprünglichen Amazonas-Regenwaldes sind bereits dem Futtermittelanbau zum Opfer gefallen.Nicht zuletzt ist die Umwandlung des positiv klimawirksamen tropischen Regenwalds in kommerzielles Weideland (soll heißen: Futtermittelanbau) ebenso ein Faktor der nicht gerade dazu beiträgt CO2 zu binden. So sind bereits 70% des ursprünglichen Amazonas-Regenwaldes bereits dem Futtermittelanbau zum Opfer gefallen. Die sog. „Veredelung“Die Tierproduktion ist nicht nur für die Emission klimaschädlicher Gase verantwortlich sondern trägt durch ihren exzessiven Energie- und Landbedarf (Futtermittel) auch zur Bodenerosion (Wüstenbildung, Auslaugung) bei und zeichnet sich durch massiven Wasserverbrauch aus. So ist z.B. zur Erzeugung einer tierlichen Kalorie im Schnitt die Verfütterung sieben pflanzlicher Kalorien nötig. Man könnte also viel mehr Menschen ernähren, würde man auf diese sog. „Veredelung“ verzichten. ökologischer Fußabdruck einzelner LebensmittelBesonders eindrucksvoll werden die oben angeführten Tatsachen, wenn man sich den ökologischen Fußabdruck einzelner Lebensmittel vor Augen hält: So bringt bspw. die Produktion von 1 kg Rindfleisch die Emission von ca. 6400 g CO2-Äquivalenten mit sich. (Tier)Käse belastet die Umwelt gar mit über 8000 g CO2-Äquivalenten. Auf der anderen Seite schlägt selbst die ökologisch ungünstigste (weil raffinierte) pflanzliche Käse-Alternative – Tofu – mit nur 1200 g CO2-Äquivalente zu Buche. Alle anderen pflanzlichen Produkte vom einfachen Feldgemüse bis zu Teigwaren und Brot liegen allesamt unter 1000 g CO2-Äquivalente / kg Lebensmittel. Die FAO-ExpertInnen erwarten bis 2050 mindestens eine Verdopplung des Fleisch- und Milchabsatzes.In diesem Fall wird es zweifellos schwierig, auch nur die geringsten Klima-Zielverpflichtungen einzuhalten. Statt einer Milchkuh, 18.000 km im Jahr mit dem Auto fahren!„Eine Milchkuh emittiert im Durchschnitt 111,7 kg Methan im Jahr. Umgerechnet in CO2-Äquivalent entspricht das allein einer jährlichen Fahrleistung von 18.000 km eines von der Politik in der EU propagierten Personenkraftwagens mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 130 g/km. Rechnet man die von einer Milchkuh durch deren Wirtschaftsdünger emittierten Treibhausgase Methan und Lachgas hinzu, müssten weitere etwa 6.000 km Fahrleistung hinzuaddiert werden.“ (WWF Deutschland, November 2007) Strategie zur Reduzierung des Konsums tierischer ProdukteNational Centre for Epidemiology and Population Health The Australian National University Canberra, Australia „Eine Tonne Methan, das wichtigste Treibhausgas in der Landwirtschaft, hat denselben Effekt auf die globale Klimaerwärmung wie 23 Tonnen Kohlendioxid (CO2).Eine Milchkuh produziert jährlich 75 kg Methan, was über 1,5 Tonnen Kohlendioxid entspricht. Natürlich verhält sich die Kuh dabei ganz natürlich. Aber es scheint so, dass die Menschen dabei vergessen, dass die Landwirtschaft ein Industriezweig ist. Wir ebnen das Land, säen Weideland, züchten Nutztiere und so weiter. Es ist ein von Menschen gemachtes Geschäft, nicht etwas Natürliches. Darin sind wir sehr gut, deshalb stieg die Methangasemission um 150 Prozent in den vergangenen 250 Jahren, während die Kohlendioxidkonzentration nur um 30 Prozent angestiegen ist. „ Pete Hodgson, New Zealand Minister for Energy, Science, and Fisheries (WorldWatch Institut,Washington) Einige Web-Tipps / Quellen:Elmar Völkl, hat auf der TU-Wien Technische Physik studiert und schreibt gerade an seiner Dissertation am Institut für Chemische Technologien und Analytik. Daneben steht er verschiedenen NGOs beratend zur Seite.
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